URBANE INTELLIGENZ



Es besteht kein Zweifel darüber, dass Städte im Vergleich mit anderen Siedlungsformen ein besonders innovationsförderndes Umfeld bieten. Seit es sie gibt, sind Städte die Zentren für soziale, kulturelle und technische Entwicklungen. Aber lange Zeit konnte die Wissenschaft dieses Phänomen nur mit vagen Theorien umschreiben.
Wie sich die Entstehung von Innovationen und die Verbreitung von Ideen und Trends tatsächlich vollzieht, konnte sie nicht hinreichend erklären. Erst seit einigen Jahren gibt es aus der Chaosforschung und der Komplexitätstheorie neue Erklärungen für die Funktionsweise soziale Netzwerke und dafür, wie sich in diesen Netzwerken Informationen verbreiten. Hinzu kommen Erkenntnisse aus der Anthropologie, Evolutionstheorie, Verhaltensforschung und anderen Disziplinen, die ein immer deutlicheres Bild davon zeichnen, wie die spezifischen Mensch-Umwelt-Beziehungen in Städten zur Beschleunigung kultureller Evolutionsprozesse führten. Weitgehend unerforscht ist in diesem Zusammenhang jedoch, welche Bedeutung dem städtischen Raum dabei zufällt. Welchen Einfluss hat er auf die Begegnung von Menschen und den Fluss von Informationen? Dieser Frage gilt das Forschungsinteresse der Abteilung für Stadt- und Raumentwicklung. Derzeit werden Erkenntnisse aus anderen Disziplinen gesammelt und mit der Perspektive auf eine eigene Theoriebildung aufgearbeitet.